Ein Beitrag zum Internationalen Frauentag

Wussten Sie schon, dass rund 59% der Mitarbeiter*innen im Kloster Neustift weiblich sind? War Ihnen bekannt, dass in Neustift bis vor gar nicht allzu langer Zeit auch ein Frauenorden angesiedelt war?

Der 08. März ist für uns ein willkommener Anlass, um über Frauen im Kloster Neustift nachzudenken und zu recherchieren, welche Frauen sich früher und heute hier aufgehalten haben. Nicht zuletzt haben wir uns auch Frauen angeschaut, die heute in Öl und Stein im Museum bzw. im Kreuzgang verewigt sind.

Ein Blick auf das Heute

Die Statistik zeigt: Von den rund 104 Mitarbeiter*innen im Kloster Neustift sind insgesamt 62 Frauen angestellt. Dies entspricht einem Prozentsatz von 59%. Die Frauen arbeiten im Bildungshaus, in der Verwaltung und in der Reinigung. Weibliche Mitarbeitende gibt es aber auch in der Landwirtschaft, in der Kellerei und im Weinvertrieb. Das Durchschnittsalter der mitarbeitenden Frauen liegt bei 45 Jahren. Einzelne Abteilungen sind sogar zu 100% von Frauen besetzt. Zu ihnen gehören der Ausschank, der Klosterladen und mehrere Bereiche im Bildungshaus, unter anderem der Bereich „Arbeitssicherheit“.

Schwestern im Kloster

Blickt man auf die Geschichte des Klosters zurück, kommen auch dort Frauen vor. Zur Existenz eines von Christina von Säben gestifteten Frauenklosters – einer Gemeinschaft von Chorfrauen oder Canonissen – in Neustift gibt es nur einige wenige vage Quellenhinweise. Wie lange dieses bestanden hat, ist unklar, allem Anschein nach aber wohl nicht länger als bis ins 13. Jahrhundert. Was den Standort dieses Frauenklosters in der Neustifter Klosteranlage betrifft, gibt es die Vermutung, der heute zweigeteilte gewölbte Saal, von dem ein Teil als Speisesaal des Bildungshauses genutzt wird, könne als Refektorium oder Dormitorium der Chorfrauen gedient haben. Auch gibt es die Überlegung, die Neustifter Pfarrkirche St. Margareth habe ursprünglich als Kapelle der Chorfrauen gedient.

In der Literatur ist der Hinweis zu finden, dass 1895 vom Propst Remigius Weißsteiner „die Krankenpflege, die Küche und die Wäscherei im Stifte Barmherzigen Schwestern aus dem Mutterhause Zams (bei Landeck/Tirol) übertragen“ wurde. Die letzten Schwestern sind um das Jahr 2000 ausgezogen.

Heiligenbilder und Mariendarstellungen

Im Museum, im Kreuzgang und in der Bibliothek sind insgesamt 54 Frauen abgebildet. Die meisten Frauen sind im Bild der Kreuztragung (6 Frauen), sowie im Bild der Hl. Sippe (4 Frauen) abgebildet. Maria ist dabei die am häufigsten dargestellte, weibliche Person. Es werden auch noch weitere Heilige im Museum gezeigt: Neben der hl. Martha, der hl. Katharina, der hl. Agnes und der hl. Barbara finden sich auch Darstellungen der hl. Margareth, der hl. Ursula und der hl. Monika, Mutter des hl. Augustinus.

Nicht zuletzt darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Stiftskirche und die Pfarrkirche im Kloster Neustift Frauen geweiht sind: Die Stiftskirche ist „Mariä Himmelfahrt“ und die Pfarrkirche der hl. Margareth geweiht.