Interview mit Gabriela Nedoma

Die Grüne Kosmetik erfährt derzeit einen Aufschwung: Die Hautpflege auf Basis von Nahrungsmitteln zieht immer weitere Kreise. Die Referentin und Bestsellerautorin Gabriela Nedoma hat im Interview erklärt, was es mit dieser gesundheitsfördernden Art
und Weise der Pflege auf sich hat.

Die Thematiken rund um „Grüner Kosmetik“ erleben einen Aufschwung. Woran liegt das?
Tatsächlich boomt derzeit das Interesse an Grüner Kosmetik. Die Gründe sind mannigfaltig und reichen vom allgemeinen Trend zu gesundem und biologischem Leben bis hin zu Hauterkrankungen und Bedenken bei der Verwendung von Hautchemikalien.

Was unterscheidet Grüne Kosmetik von herkömmlicher Kosmetik?
Grüne Kosmetik ist eine 100% naturbelassene und biologische Hautpflege aus Lebensmitteln. Als ich die Grüne Kosmetik konzipierte, achtete ich darauf, viele regionale Früchte, Gemüse oder Kräuter und biologische Nahrungsmittel wie Butter, Öle oder Honig als Hautpflege zu verwenden. Dies ist in der Naturkosmetik ein Novum und hat den Vorteil, dass viel mehr Aufbaustoffe die Haut in ihrer Regeneration unterstützen. Es werden keine Konservierungsstoffe, Emulgatoren oder weitere Zusätze verwendet, wie es
in der herkömmlichen Kosmetik der Fall ist. Selbstverständlich sind fast alle Produkte der Grünen Kosmetik lange haltbar, selbst dann, wenn sie keine Konservierungsstoffe enthalten.

Für wen ist Grüne Kosmetik besonders geeignet?
Die Rezepturen der Grünen Kosmetik sind hypoallergen und daher für alle Menschen, auch für Kinder und Menschen mit sensibler Haut geeignet. Zudem entgiften die Produkte die Haut, unterstützen Hautregeneration und Abheilung von Hauterkrankungen.

Braucht man besondere Kenntnisse, um sich mit Grüner Kosmetik zu beschäftigen?
Die Grundlagen der Grünen Kosmetik werden in Seminaren und Lehrgängen vermittelt, aber grundsätzlich ist Grüne Kosmetik einfach herzustellen und anzuwenden.

Was genau verstehen Sie unter „Hautökologie“ und wie hängt sie mit der Grünen Kosmetik zusammen?
Grüne Kosmetik berücksichtigt auch Umweltfragen wie: Was steckt hinter Inhaltstoffen wie Aluminium, Parabene oder Mikroplastik? Kann meine Zahnpasta im Abwasser Fische und die Umwelt belasten? Was passiert, wenn ich mit Chemikalien belastete Sonnenpflege verwende? All diese Fragen sind als Hautökologie zu verstehen.

Können Sie uns an einem Beispiel erläutern, wie einfach die Herstellung von Grüner Kosmetik ist?
Kinderleicht und hoch wirksam ist das Quittenöl, für das nur 2 Zutaten gebraucht werden, das allerdings hunderte Wirkstoffe durch die frische Quitte enthält. Dafür reibt man eine Quitte. Die geriebene Frucht wird in ein feuerfestes Gefäß gegeben und mit Bio-Öl (z.B. Olivenöl) abgedeckt. Das Öl wird auf Kochtemperatur gebracht, die Temperatur reduziert und das Öl auf kleinster Stufe 1/2 Stunde ziehen gelassen. Anschließend wird das Öl filtriert und in eine saubere Flasche gefüllt. Das Quittenöl hilft, gereizte Haut zu beruhigen, kleine Wunden und Juckreiz zu heilen und ist auch für Babys geeignet. Zudem ist es ein ausgezeichnetes Anti-Aging-Öl, das die Haut befeuchtet und pflegt.

Ist Grüne Kosmetik Naturkosmetik?
Eigentlich ja, weil die Grüne Kosmetik natürliche Rohstoffe verwendet. Allerdings unterscheidet sich die Grüne Kosmetik als Konzept deutlich von dem, was wir allgemein unter „Naturkosmetik“ verstehen. In der Naturkosmetik werden viele kosmetische Rohstoffe verwendet, wie Emulgatoren, ätherische Öle oder Spezialstoffe, die Rezepturen können 10 und mehr Inhaltsstoffe enthalten und einen tiefen ökologischen Fußabdruck setzen. Die Rohstoffe der Grünen Kosmetik kommen direkt aus der Natur und die Rezepturen sind einfach, aber sehr wirksam. Mein Ziel ist, regionale Produkte einzusetzen und die Abhängigkeit von Konsum zu reduzieren. Während in der Naturkosmetik Schönheit und Wohlbefinden in Fokus stehen, ist die höchste Priorität der Grünen Kosmetik die Gesundheitsförderung – zahlreiche Rezepturen basieren auf Klostermedizin und haben eine hautheilende Wirkung. Aus diesem Grund war es auch notwendig, das Konzept der Grünen Kosmetik klar zu definieren und eine Marke mit klarem Profil zu etablieren.

Gabriela Nedoma,
Naturpädagogin, Buchautorin, Initiatorin der „Grünen Kosmetik Pädagogik“, Seminarleiterin mit Fokus auf Naturbildung, Hautökologie, historische Naturheilkunde, vergessene Naturarzneien und Nutzung lokaler Naturressourcen#

Lehrgang mit Gabriela Nedoma:

Grüne Kosmetik – Pädagogik
Mi. 30.09.2020 – Fr. 04.06.2021