Detoxifikationsorgan Leber/Urogenitaltrakt
19.01.2023 - 21.01.2023 | 09:00 - 17:00

Do. - Fr. 9:00 - 18:00, Sa. 9:00 - 17:00 Uhr

Patientinnen und Patienten mit körperlichen Beschwerden ohne Organbefund machen in der ärztlichen Praxis einen Großteil des Patientenaufkommens aus. Schätzungsweise 50 - 70% aller körperlichen Beschwerden fallen in diese Kategorie sog. funktioneller Erkrankungen (Kroenke 2003).

Klassischerweise besteht die ärztliche Therapie von funktionellen Erkrankungen innerer Organe aus einer Kombination medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlungsverfahren, zu denen auch konventionelle Entspannungsverfahren zählen. Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen gehen davon aus, dass von diesen Therapieverfahren ca. 40-60% der Patientinnen und Patienten profitieren. Das heißt: Nahezu die Hälfte ist weiterhin auf der Suche nach einem geeignetem Therapieverfahren. Die Viszerale Physiotherapie bietet hier eine wirksame Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten.

Die Mehrzahl der Patientinnen und Patienten, die sich in den physiotherapeutischen Praxen vorstellen, leiden primär an Beschwerden, die sich im Bereich des Bewegungsapparates äußern. Bei vielen dieser Beschwerden existieren jedoch pathogene Co-Faktoren, die auf Funktionsstörungen innerer Organe zurückgeführt werden können.

Die Kursreihe "Viszerale Physiotherapie und Funktionelle Medizin" bietet die Möglichkeit, funktionelle Zusammenhänge der einzelnen Organsysteme aufzudecken und die Inhalte praxisrelevant mit einem Untersuchungs- und Behandlungskonzept in die tägliche Praxis zu integrieren.

Viszerale Physiotherapie als Sonderbereich innerhalb der klassischen Physiotherapie ist fokussiert auf die manuelle Diagnostik und manuelle Therapie funktioneller Erkrankungen innerer Organe.
Die Funktionelle Medizin berücksichtigt die Gesamtheit der neuroreflektorischen, zellulären, biochemischen und hormonellen Zusammenhänge bei der Diagnostik und Behandlung chronisch kranker Problempatientinnen und Patienten.

Inhalt:

Primäres Ziel der Zusatzqualifikation Viszerale Physiotherapie und Funktionelle Medizin ist die Integration verschiedener viszeraler Untersuchungs- und Behandlungskonzepte in eine komplementärmedizinische Betrachtungsweise zur Behandlung von Funktionsstörungen innerer Organe, sowie Funktionsstörungen des Bewegungssystems, die nach "klassischer" physio- manualtherapeutischer Behandlung immer wieder rezidivieren, so dass sie einen systemischen Ansatz erforderlich machen.
- Neuroreflektorische Afferenzen viszeraler Strukturen können Schmerzen in den Bewegungsapparat projizieren oder über den viszerosomatischen Reflexbogen zu veränderter Muskelspannung, sowie zu Wirbel- und Gelenkblockaden führen.
- Mechanisch-faszial kann es durch einen Tonusverlust der Organe, z.B. aufgrund einer Dünndarmdysbiose, über deren Aufhängestrukturen zu einer adaptativ geänderten Stellung/Position von Gelenken und Wirbelsäule kommen.
- Biochemische-metabolische Störungen der verschiedenen Organsysteme, z.B. im Säure-Basen-Haushalt, können die Belastbarkeit von Muskeln, Sehnen, Bändern, Knochen und Gelenken herabsetzen.

Modul 3: Detoxifikationsorgan Leber / Urogenitaltrakt

- Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie der Leber
- Klassische Leberpathologien (Hepatitiden, NASH, Leberzirrhose, Lebercarcinom etc.)
- Die Leber als Zentralorgan der Fett-, Kohlenhydrat-, und Eiweißstoffwechsel / Speicherorgan / Schlüsselorgan im Hormonstoffwechsel
- Biochemie der Entgiftung (Leberdetoxifikationssysteme (Phase 1 / Phase 2)
- Untersuchungs- und Behandlungstechniken der Leber
- Red Flags
- Urogenitaltrakt: Anatomie, Physiologie und Pathologie von Nieren, Ureter und Organe des kleinen Beckens (Blase, Genitalorgane, Rektum)
- Funktionelle Erkrankungen der Urogenitalorgane: Blasensenkung / Reizblase / Inkontinenz / Nierenfunktionsstörungen / Nierenptose
- Untersuchung (Palpation, Perkussion, Mobilität etc.)
- Behandlung (neuroreflektorisch, biomechanisch etc.)

Umfang:
Die Zusatzqualifikation "Viszerale Physiotherapie und Funktionelle Medizin" umfasst 4 Module à jeweils 3 Tage

Weitere Module:
Modul 1: Grundlagen der viszeralen Physiotherapie
Modul 2: Gastrointestinaltrakt
Modul 4: Thoraxorgane / Immunsystem

Zum Infoabend der Zusatzqualifikation "Viszerale Physiotherapie und Funktionelle Medizin"

Zur Lehrgangsausschreibung "Zusatzqualifikation: Viszerale Physiotherapie und Funktionelle Medizin"

  • Bereich Gesundheit
  • Zielgruppe Voraussetzung für die Teilnahme ist eine mindestens 2-jährige Berufstätigkeit als Physiotherpeut:in, medizinische oder Heilmasseur:in oder Arzt/Ärztin.
  • Referent/in Matthias Löber, Physiotherapeut, Manualtherapeut (OMT)/Osteopathie, Fachlehrer für Manuelle Therapie
  • Preis 415,00 EUR (inkl. umfangreicher Seminarunterlagen)
Zur Anmeldung
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