Thoraxorgane/Immunsystem
30.03.2023 - 01.04.2023 | 9:00 - 17:00

Do. - Fr. 9:00 - 18:00, Sa. 9:00 - 17:00 Uhr

Patientinnen und Patienten mit körperlichen Beschwerden ohne Organbefund machen in der ärztlichen Praxis einen Großteil des Patientenaufkommens aus. Schätzungsweise 50 - 70% aller körperlichen Beschwerden fallen in diese Kategorie sog. funktioneller Erkrankungen (Kroenke 2003).

Klassischerweise besteht die ärztliche Therapie von funktionellen Erkrankungen innerer Organe aus einer Kombination medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlungsverfahren, zu denen auch konventionelle Entspannungsverfahren zählen. Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen gehen davon aus, dass von diesen Therapieverfahren ca. 40-60% der Patientinnen und Patienten profitieren. Das heißt: Nahezu die Hälfte ist weiterhin auf der Suche nach einem geeignetem Therapieverfahren. Die Viszerale Physiotherapie bietet hier eine wirksame Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten.

Die Mehrzahl der Patientinnen und Patienten, die sich in den physiotherapeutischen Praxen vorstellen, leiden primär an Beschwerden, die sich im Bereich des Bewegungsapparates äußern. Bei vielen dieser Beschwerden existieren jedoch pathogene Co-Faktoren, die auf Funktionsstörungen innerer Organe zurückgeführt werden können.

Die Kursreihe "Viszerale Physiotherapie und Funktionelle Medizin" bietet die Möglichkeit, funktionelle Zusammenhänge der einzelnen Organsysteme aufzudecken und die Inhalte praxisrelevant mit einem Untersuchungs- und Behandlungskonzept in die tägliche Praxis zu integrieren.
Viszerale Physiotherapie als Sonderbereich innerhalb der klassischen Physiotherapie ist fokussiert auf die manuelle Diagnostik und manuelle Therapie funktioneller Erkrankungen innerer Organe.
Die Funktionelle Medizin berücksichtigt die Gesamtheit der neuroreflektorischen, zellulären, biochemischen und hormonellen Zusammenhänge bei der Diagnostik und Behandlung chronisch kranker Problempatientinnen und Patienten.

Inhalt:
Primäres Ziel der Zusatzqualifikation Viszerale Physiotherapie und Funktionelle Medizin ist die Integration verschiedener viszeraler Untersuchungs- und Behandlungskonzepte in eine komplementärmedizinische Betrachtungsweise zur Behandlung von Funktionsstörungen innerer Organe, sowie Funktionsstörungen des Bewegungssystems, die nach "klassischer" physio- manualtherapeutischer Behandlung immer wieder rezidivieren, so dass sie einen systemischen Ansatz erforderlich machen.

- Neuroreflektorische Afferenzen viszeraler Strukturen können Schmerzen in den Bewegungsapparat projizieren oder über den viszerosomatischen Reflexbogen zu veränderter Muskelspannung, sowie zu Wirbel- und Gelenkblockaden führen.
- Mechanisch-faszial kann es durch einen Tonusverlust der Organe, z.B. aufgrund einer Dünndarmdysbiose, über deren Aufhängestrukturen zu einer adaptativ geänderten Stellung/Position von Gelenken und Wirbelsäule kommen.
- Biochemische-metabolische Störungen der verschiedenen Organsysteme, z.B. im Säure-Basen-Haushalt, können die Belastbarkeit von Muskeln, Sehnen, Bändern, Knochen und Gelenken herabsetzen.

Modul 4: Thoraxorgane / Immunsystem
- Thoraxorgane: Anatomie, Physiologie und Pathologie von Herz, Lungen, Mediastinum, Diaphragma thorakoabdominale, obere Thoraxapertur)
- Funktionelle Erkrankungen der Thoraxorgane: Pseudoangina Pectoris / Roemheld-Syndrom / Intercostalneuralgien / Ventilationsstörungen / Störungen der diaphragmalen Atmung / Funktionelle Störungen nach operativen Eingriffen an den Thoraxorganen
- Immunologie für Einsteiger
- das angeborene Immunsystem (erste Verteidigungslinie)
- das adaptive Immunsystem (Entwicklung eines Gedächtnis)
- Psycho-Neuro-Immunologie
- Die Milz: Physiologie- u. Pathophysiologie / manuell-viszerale Untersuchung / Techniken zur Stimulation der Milz
- Der Thymus: Entwicklung der T-Zellen / die TH1-TH2-Balance / Behandlung durch indirekte Thymustechniken über Sternum, BWS und Thymusloge
- Lymphgefäße und Lymphknoten: Drainagesystem mit Filterstationen / klassische manuelle Lymphdrainage kombiniert mit spezifischen viszeralen Stimulationstechniken

Umfang:
Die Zusatzqualifikation "Viszerale Physiotherapie und Funktionelle Medizin" umfasst 4 Module à jeweils 3 Tage

Weitere Module:
Modul 1: Grundlagen der viszeralen Physiotherapie
Modul 2: Gastrointestinaltrakt
Modul 3: Detoxifikationsorgan Leber / Urogenitaltrakt

Zum Infoabend der Zusatzqualifikation "Viszerale Physiotherapie und Funktionelle Medizin"

Zur Lehrgangsausschreibung "Zusatzqualifikation: Viszerale Physiotherapie und Funktionelle Medizin"

  • Bereich Gesundheit
  • Zielgruppe Voraussetzung für die Teilnahme ist eine mindestens 2-jährige Berufstätigkeit als Physiotherpeut:in, medizinische oder Heilmasseur:in oder Arzt/Ärztin.
  • Referent/in Matthias Löber, Physiotherapeut, Manualtherapeut (OMT)/Osteopathie, Fachlehrer für Manuelle Therapie
  • Preis 415,00 EUR
Zur Anmeldung
Südtirol Facebook Twitter LinkedIn Facebook