Die Neustifter Stiftsbibliothek zählt zu den schönsten Bibliothekssälen des süddeutschen Raums und stellt einen über Jahrhunderte hinweg reichenden Wissensspeicher dar. Der zweistöckige Bau an der Südseite des Stiftshofes wurde von Propst Leopold de Zanna in Auftrag gegeben und 1778 vollendet. Baumeister Giuseppe Sartori aus Sacco bei Rovereto schuf einen großen, lichtdurchfluteten Bibliothekssaal, der von Hans Mussack aus Sistrans bei Innsbruck mit eleganten, reich mit Gold geschmückten Stuckaturen ausgestattet wurde. Schöne, mit geschnitzten Aufsätzen versehene Bücherschränke, unterteilt in 43 Sachbereiche, große Portale mit kunstvollen Schlössern und der gemusterte Fußboden aus Marmor verleihen der Bibliothek bis heute einen festlichen Charakter. Wertvolle Handschriften, teilweise mit kostbarer Buchmalerei ausgestattet, zeugen von der einstigen, weit über Tirol hinaus bekannten Schreibstube des Stiftes.

Die Bibliothek kann im Rahmen der Stiftsführung besichtigt werden.