"Zumutung Demenz" oder unser gerontopsychiatrisches Gegenüber
28.05.2021 - 29.05.2021 | 09:00 - 17:00

„A Mensch möcht i bleibn!“ Im Umgang mit Menschen mit Demenz, geraten wir als Betreuende (Pflegende Angehörige, Pflegepersonen sowie Mediziner) immer wieder an unsere persönlichen Belastungsgrenzen. Sind diese Grenzen erreicht und sogar überschritten worden durch das Verhalten eines Menschen mit Demenz, kommt es oft zu Eskalation. Diese können durch adäquates Verhalten und Beziehungsgestaltung in herausfordernder Situationen vermieden werden. Was tun, wenn das Verhalten nicht mehr nachvollziehbar wird? Verbale und körperliche Aggression und Gewalt den Alltag bestimmen und zur „Zumutung“ für Betreuende werden?

Der Weg zum Menschen mit Demenz und seiner Welt, kann nur über mich selber erfolgen! Es geht nur über das ICH zum DU!

Ein Großteil unserer Gesellschaft gehört zu den hochbetagten und älteren Menschen. Viele von ihnen sind Menschen mit Demenz. Für diese bedarf es einer besonderen Art der Zuwendung, Betreuung und Pflege. Es gilt jenen Menschen mit Demenz wieder einen Platz in „unserer“ Gesellschaft zu geben und sie als gleichwertig anzusehen. Um mit Ihnen in Kontakt zu treten ist Empathie und Achtsamkeit im Umgang mit Worten und bei Handlungen wesentlich. Eine Vertrauensbasis muss als Grundlage geschaffen und gepflegt werden. Naomi Feil nannte es einst „in den Schuhen des Anderen gehen". Der durch die Erkrankung hervorgehende Verlust der Autonomie ist nicht selten die Ursache für Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen. Um die Menschen mit Demenz zu verstehen, müssen wir lernen ihre Sprache zu sprechen, „die Sprache der Emotion“. Es geht darum sich einzulassen auf diese Menschen, betroffen zu sein von ihrer Situation und sich für Ihr Leben, ihre Werte und Bedürfnisse zu interessieren, um somit Handlungen und Verhaltensweisen verständlich zu begegnen. Wesentlich ist die gelebte Beziehung zum Menschen mit Demenz, um ihm auf Augenhöhe und achtsam zu begegnen. Es geht um die Haltung, mit der wir den Menschen mit Demenz begegnen.

Dieses Seminar versucht Wege aufzuzeigen eine Beziehung zum Betroffenen aufzubauen, seine Welt zu verstehen und die Ursache sowie den Sinn des Handelns zu verstehen.
Ausgehend von der Bedeutung der situativen persönlichen Befindlichkeit und des eigenen Tuns im Bezug auf das Handeln und Erleben des Menschen mit Demenz sollen nötige Veränderungen und Lösungsansätze gefunden werden.

Die Veranstaltung wurde mit 22,4 ECM-Punkten akkreditiert.

  • Bereich Demenz & Trauerbegleitung
  • Zielgruppe Pflegende Angehörige, Pflegepersonen sowie Mediziner
  • Referent/in Jörg Fuhrmann MSc, Theologe, Dip. Krankenpfleger, Trauer- und Krisenintervention, Lehrbeauftragter, Erwachsenenvertreter
  • Preis 240,00 EUR (pro Teilenehmer)
Zur Anmeldung
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