Der Mensch ist von Geburt an auf der Suche nach der Freude. Schon das kleine Kind kann Freude empfinden und weiterschenken. Einen Augenblick der Freude und des Glücks zu erleben, macht den Tag kostbar. Plötzlich, manchmal wie aus dem Nichts, ganz unerwartet kann sie zu uns kommen – durch einen vorbeifliegenden Schmetterling oder eine SMS auf dem Handy. Sie erfüllt uns ganz und lässt uns die Zeit vergessen.

Die Freude ist ein weltumfassendes Phänomen. Bei allen Völkern und Nationen ist sie zu finden. Ein Lächeln kann das Eis zum Schmelzen bringen und bereits den ersten Kontakt herstellen. Ist es nicht ein besonderes Zeichen unserer Zeit, dass die Vielfalt der menschlichen Freude in den Gesichtern so unterschiedlicher Leute aufleuchtet? Die Freude stiftet Gemeinschaft, wenn sie verschenkt, geteilt und angenommen wird. Ein Sprichwort sagt: „Geteilte Freude ist doppelte Freude.“

Die wahre Freude hängt mit der Liebe zusammen. Der Heilige Thomas von Aquin (1225-1274), Kirchenlehrer und größter Theologe der Kirche, sagt: „Niemand besitzt die wahre Freude, wenn er nicht in der Liebe ist.“

Mit der Auferstehung Jesu kam Freude und Hoffnung in die Welt. Der Ostersonntag – das Hochfest der Auferstehung des Herrn – ist für die Christen das größte, älteste und wichtigste Fest des ganzen Kirchenjahres. Jeder Sonntag ist ein Osterfest im Kleinen. Die Wichtigkeit des Sonntages unterstreicht der YOUCAT, der Jugendkatechismus der Kathohlischen Kirche, mit den Worten: „Wenn der Sonntag missachtet oder abgeschafft wird, gibt es in der Woche nur Werktage. Der Mensch, der zur Freude geschaffen wurde, verkommt zum Arbeitstier und Konsumtrottel. Wir müssen auf der Erde richtig feiern lernen, sonst wissen wir mit dem Himmel nichts anzufangen. Im Himmel ist Sonntag ohne Ende.“

Bildung stiftet Freude. Schon in der Schulzeit konnten wir die Zufriedenheit und Freude spüren, wenn wir etwas Neues gelernt hatten. Von dieser Freude sprechen auch die strahlenden Gesichter auf den Gruppenfotos nach der Verleihung der Zertifikate über den erfolgreichen Abschluss eines Kurses im Bildungshaus Kloster Neustift. Es ist die Freude, die uns motiviert, Mühe, Zeit und Einsatz in Bildungsstätigkeit zu investieren. Das Durchhalten und manchmal auch Durchbeißen lohnt sich und umso mehr freuen wir uns über ein Ziel, das wir erreicht haben.

Das Bildungshaus Kloster Neustift möchte Sie einladen, der Freude im Leben mehr Raum zu geben durch die Teilnahme an einem Bildungsangebot in den kommenden Monaten. Auch der heilige Augustinus (354-430) weiß um ihre Bedeutung beim Lernen und in der Weiterbildung, wenn er sagt: „Die Seele ernährt sich von dem, worüber sie sich freut.“

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieser Broschüre viel Freude im Leben.

Karl Blasbichler, CanReg

Stiftsdekan und Vorstandsmitglied Bildungshaus Kloster Neustift