Bildung stiftet Dankbarkeit

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde, Gäste und Interessenten des Bildungshauses Kloster Neustift,

ich bin froh und dankbar, dass nach einer Zeit der Unbeständigkeit, in der man nie so ganz genau wusste, wie und wie weit man planen kann und soll, nun wieder mehr und mehr Gewissheit und Normalität in unserem Hause eingekehrt ist.
Etliche Seminare und Schulungen konnten in den letzten Wochen und Monaten angeboten, durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen werden.

Ganzheitliche Bildung vermitteln
Sicherlich kann mittlerweile auch über die modernen Medien Etliches vermittelt und übermittelt werden; doch ich denke, auch Sie spüren, dass dies die persönliche Begegnung, den spontanen Austausch und das Miteinander einfach nicht ersetzen kann, soll und darf. Bildung, und dieses Wort steckt ja schon im Namen unseres Hauses, ist nicht allein ein Vermitteln und Aneignen von Fakten und Wissen. Bildung ist etwas Ganzheitliches. Bildung muss den ganzen Menschen mit einbeziehen (können): seine Erfahrungen, seine Interessen, seine Talente und Ressourcen, sein ganzes Wesen eben.

Denken und danken
„Bildung stiftet Dankbarkeit“ – mit diesem Worten ist das aktuelle Programm überschrieben. Was Bildung mit Dankbarkeit zu tun hat? Mir scheint, nicht umsonst sind die beiden Worte DENKEN und DANKEN auch rein sprachlich schon miteinander verwandt. Wer nachdenkt bzw. ins Nachdenken kommt oder gebracht wird, der mündet schließlich ins Danken ein. Bildung ist etwas, was mir geschenkt wird und mich zugleich mit einbezieht. Bildung sollte nicht etwas sein, was ich über mich ergehen lasse, sondern bewusst aufgreife und verinnerliche. Indem ich das Erfahrene oder Gelernte für mich und mein Tun fruchtbar werden lassen kann, wird es zur Bereicherung für mich und mein Umfeld. Bildung will mich noch mehr befähigen, mich – beruflich und/ oder privat – einzubringen und meine Aufgaben gut erfüllen zu können.

Bildung als Geschenk
Zugleich ist und bleibt Bildung in gewisser Weise auch immer ein „Geschenk“. Deshalb mahnt der Apostel Paulus zur Bescheidenheit, wenn er bewusst fragt: „Was hast du, das du nicht empfangen hast?“ (1 Kor 4,6). Ich empfange, ich lerne, ich lebe nie allein für mich, sondern immer, um mich einzubringen, um andere teilhaben zu lassen an dem, was mir selbst zuteilgeworden ist.
Und so wünsche ich Ihnen, dass Sie sich und Ihre Fähigkeiten in unserem Hause noch mehr entdecken und entfalten können durch das ein oder andere Bildungsangebot, das Sie hier finden.

H. Mag. Eduard Fischnaller CanReg,
Propst des Augustiner Chorherrenstiftes Neustift
und Präsident des Bildungshauses